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Hintergrundbild Bäume mit Sonne

Einsatz von Schnee-Erzeugern: Funktion, Qualität und realer Energiebedarf

Schnee ist ein wertvoller Rohstoff. Weißes Gold für top gepflegten Pisten. Mutter Natur allein, so sehr sie sich auch Mühe gibt, genügt den Ansprüchen nicht. – und das hat nicht alleine mit dem Klimawandel zu tun. Die Liftbetreiber tun alles, um Frau Holle nicht in Rente, doch hin und wieder mal in Urlaub schicken zu können. Dabei ist die technische Beschneiung ein weitaus geringerer „Energiefresser“, als weitläufig angenommen.

Schnee-Erzeuger sind heute effiziente, computergesteuerte Hightech-Maschinen. Temperaturen von rund minus drei Grad sind notwendig, dann zerstäuben feine Düsen klares, reines Bergquellwasser in winzige Wassertröpfchen. Ventilatoren blasen sie zehn bis 20 Meter weit über die Piste, sodass sie an der kalten Luft gefrieren und als Schneekristalle zu Boden rieseln. Technisch erzeugter Schnee ist also physikalisch mit „Naturschnee“ vergleichbar.

In der Natur fällt ein Wassertropfen aus großer Höhe zu Boden und hat somit viel Zeit, zu gefrieren. Im Unterschied zu den Schneeflocken, die vom Himmel fallen, legen die Wassertropfen aus der Beschneiungsanlage einen viel kürzeren Weg zurück. So bekommt Kunstschnee eine höhere Dichte, ist resistenter gegen milde Temperaturen und mechanische Beanspruchung – er bleibt länger liegen.

Bei der Beschneiung gilt das „Vorratsprinzip“. An kalten Tagen wird so viel Schnee produziert, wie möglich. Mit den Schneereserven überbrücken die Liftbetreiber mildere Phasen. Dabei ist wichtig zu wissen: Schnee, insbesondere der resistente Kunstschnee, schmilzt nur sehr langsam, wenn die Piste gut präpariert ist. Die kompakte Schneedecke erhält die Kälte in ihrem Inneren wie ein Kühlschrank.

Schneekanonen und Schneilanzen
In der Wintersport-Arena Sauerland sind energieeffiziente Niederdruck-Schneekanonen im Einsatz, die Wasser mit einem Gebläse versprühen. Schneilanzen sind im Verbrauch noch deutlich günstiger. Sie funktionieren wie ein Hochdruckreiniger. Wasser wird mit Druck in etwa zwei Meter Höhe versprüht und rieselt in feinen Tropfen zu Boden. Allerdings benötigen Lanzen tiefere Temperaturen und sind anfälliger für Verwehungen. Da sie an eine Druckluftleitung angeschlossen sind, stehen sie fest an einem Ort.
Einzige Ausnahme: Seit dem Winter 2014/2015 setzt das Skigebiet Ruhrquelle eine neue Beschneiungstechnik ein. Sie produziert bis zu 250 Kubikmeter Schnee pro Tag – auch bei Temperaturen über null Grad. Aufgrund der geringen Kapazitäten ist dies allerdings eine Randerscheinung.

Energieverbrauch deutlich geringer als vielfach vermutet
Der Energieverbrauch der konventionellen Beschneiung ist klar zu berechnen. Die Beschneiung für 83 Pistenkilometer benötigen 2.500 Kilowattstunden Strom. Auf dieser Pistenfläche haben in einer Saison rund 750.000 Skifahrer ihren Spaß. Im Vergleich dazu benötigt ein Flug in die Karibik mit 200 Personen mit 1.500 KWh Energie. Ein anderes Rechenbeispiel: Bei einer Fahrt aus Mitteldeutschland mit dem Pkw in die Alpen benötigt eine Familie etwa 1400 KWh Energie. Die gleiche Menge Energie benötigt die Grundbeschneiung einer kleinen Skipiste. Darauf können 5000 Wintergäste in einer 50-tägigen Saison ihren Spaß haben.

Schnee ist ein wertvoller Rohstoff
Ein Kubikmeter Kunstschnee kostet etwa 2 Euro (Energie, Personal, Anschaffung, Wartung). Um eine einen Kilometer lange, 30 Meter breite Piste mit einer 30 Zentimeter dicken (komprimierten) Schneeschicht zu bedecken, benötigen die Liftbetreiber etwa 10.000 Kubikmeter Schnee. So entstehen Kosten in Höhe von 20.000 Euro für die Erstbeschneiung. Dieses Rechenbeispiel zeigt, dass Liftbetreiber mit der wertvollen Ressource Schnee sorgfältig umgehen wollen und müssen.

Ohne Beschneiung geht es nicht mehr. Die Ansprüche, die der Wintergast an die Skigebiete stellt, sind stetig gestiegen. Dies gilt sowohl für die Schneequalität und -menge, als auch für die Infrastruktur. Aufwendige Pistenpflegegeräte und Sessellifte erfordern eine zuverlässige Auslastung Und die erreichen die Betreiber nur durch eine relative Schneesicherheit. So sichern die Anlagen das Auskommen ganzer Regionen.

Wintersport-Gutachten: Noch lange Wintersport im Mittelgebirge
Die Auswirkungen des Klimawandel sind im Winter weniger deutlich zu spüren als im Sommer. Wohl sind die Temperaturen in der grünen Jahreszeit seit den 70er Jahren um etwa 1,5 Grad gestiegen, die Winter sind jedoch konstant kalt geblieben. Das zeigen sorgfältig geführte Statistiken. Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2015 benennt zudem einige hochinteressante Fakten. Die österreichische Akademie der Wissenschaften ist ein hochseriöses Institut, das sicher nicht im Ruf steht, „Gefälligkeitsgutachten“ zu erstellen. Demnach sollten die Auswirkung des bisherigen Klimawandels auf Schnee und Schneeproduktion auch in niedrig gelegenen Skigebieten geringer sein als die sowieso vorhandene, natürlich Variabilität des Wetters. Die Zeit in der Beschneiung möglich ist, soll sich in Höhenlagen unter 1000 Meter sogar weniger ändern als darüber. Auf Basis der bisherigen Datenlange sei auch in den nächsten 30 Jahren von einer hohen Schneesicherheit mit Hilfe von Beschneiung auszugehen.

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